Russland | Olga Gromova „Die junge Valja“

Valjas fröhlicher Sommerurlaub voller Zukunftsträume nimmt ein jähes Ende, als deutsche Truppen im Juni 1941 in die Sowjetunion einmarschieren. Wie in Olga Gromovas oft übersetztem ersten Roman „Zuckerkind“, in dem es um ein junges Opfer von Stalins Repressionen geht, durchlebt auch die Heldin des neuen Romans eine Tragödie. Wie viele andere Russinnen und Russen wird die Dreizehnjährige als Arbeiterin nach Deutschland geschickt und muss dort harte Arbeit, Ungerechtigkeit und Entbehrungen ertragen. Valja wird von einer deutschen Familie gerettet, die ein großes Risiko eingeht, als sie die Jugendliche nicht als Sklavin, sondern als Familienmitglied aufnimmt. Valja erkennt, dass manche Menschen gegen ihren Willen gezwungen werden, an einem Krieg teilzunehmen. Sie erlebt ihre erste Liebe, muss diese aber opfern, um nach Russland zurückzukehren. Viele Jahre lang war das Schicksal der Zwangsarbeiter in Russland fast unbekannt. Dieser Roman weckt nicht nur die historische Erinnerung und mahnt die Leser:innen ob der verheerenden Auswirkungen des Krieges und des bitteren Beigeschmacks eines Sieges, sondern zeigt auch, dass Menschen selbst unter unmenschlichen Umständen menschlich bleiben können. (Olga Maeots)

 

Valʹchen (Die junge Valja) Book Cover Valʹchen (Die junge Valja)
KompasGid
2021
422
Olga Gromova
ab 12 Jahren