In ihrem Bilderbuch bürstet die ungarische Illustratorin Lilla Turi den Mythos vom Trojanischen Pferd gegen den Strich. Sie lässt das Pferd die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen – und diese Sichtweise überrascht. Genauso wie die Bewohner*innen Trojas glaubt auch das Pferd, dass es ein Geschenk sei und dass ein Friedensfest in der Stadt anstehe. Das Pferd ist stolz, etwas Besonderes zu sein, und freut sich, Überraschungsgäste mitzubringen. Als sich jene Gäste als Eindringlinge erweisen, die die Stadt in Brand setzen, glaubt das Pferd zunächst an ein neues Spiel, um am Ende verstört zu erkennen, dass es nichts Besonderes mehr sein möchte. Die kindliche Unschuld und Naivität des Textes kontrastiert Turi mit expressiven Bildern einer lodernden Stadt. In vielen Illustrationen klingt an, dass der perfide Überfall auch zu einem anderen Zeitpunkt hätte geschehen können. Turis Figuren tragen zum Teil moderne Kleidung und bewegen sich durch eine Stadt mit zeitgenössisch anmutenden Gebäuden.
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Csimota
2022
36 Seiten
Lilla Turi
ab 5 Jahren